OLGA´s ROCK
Oberhausen, 26. August 2000

FOTOS FOLGEN!!!
Musiker hinter Gitter!!
Jauja - es ist wieder einmal vollbracht, nach monatelanger Arbeit an der neuen Tale-CD, vielen Krisen und Höhepunkten, Monitoreckigen Augen und all dem ganzen Kram, den eine Produktion so mit sich bringt, wurden wir vor einigen Wochen superlieb und höflich gefragt, ob unsererseits doch das Interesse bestehen würde, am OLGA´s ROCK teilzunehmen, einem Auftaktkonzert für eine geplante Reihe von Festivals im Oberhausener Landesgarten A... jipp ... was eigentlich ... Austellung ... Anstalt ... na ja irgendwas.
Organisiert und letztlich auch durchgeführt wurde die ganze Sache von unseren musikalischen Brüdern von
FLIPPER CAN´T SWIM, mit denen wir ja bereits zahlreiche Veranstaltungen bestritten hatten und dieses Mal sollte alles irgendwie der totale Veranstaltungsorgasmus werden, so mit Vollton & Licht - Technik, einer hypergenialen Bühne, tollen Bands und eigenen Parkplätzen, der ganze schmeichelnde Zinober halt. Darüber hinaus waren als Gäste für den Abend eine wackere Menge echter alter Tale-Fans angekündigt, zumeist vor allem diejenigen, die am nächsten Freitag nicht in der Lage sein werden, unseren famorösen Essen-Original-Auftritt mitzubekommen, insofern wären wir also auch in totaler Hochmotivation angereist, wäre da nicht das traditionelle Problemtriumvirat.
Zum einen hatten wir die Einladung derart spät bekommen, dass wir nicht mehr in der Lage gewesen waren, unseren lieben Gitarrengreifer Stefan von seinem doch letztlich hochverdienten Urlaub abzuhalten, dann gab es da die nicht gaaaaanz unberechtigte Furcht vor Oberhausen, zumal wir uns dort regelmässig und immer wieder nachhaltig im Verkehrsnetz verhakelt hatten und schliesslich hatte ich schon immer Furcht vor diesen Veranstaltungen nach dem Motto "hey, das wird jetzt aber so was von total hyper giga mega doll toll". In einem Mail von Flipper´s Ingo bekamen wir kurz vorher die Aufstellung für den Abend, erfuhren, dass wir als Last-Act eingeplant worden waren, dass die Anreise dann doch gar nicht soooo ungalaublich schwer sein dürfte, dass es Drums und Bass-Amp bereits gab, dass auch alles im Leben ganz toll wird und - ACHTUNG - die Zeiten der Auftritte unbedingt einzuhalten wären.
Daaaaas ist immer so dieser Punkt, der normalerweise unmöglich einzuhalten ist!
Nun denn ja - wir kamen nach einer unglaublich glücklichen Fehlfahrt durch Oberhausen, die nur ungefähr vier bis sechs Minuten zu lang war, einer aufregenden Fahrt durch die OLGA-Schönheit und mehreren fragenden Blicken aus und an die Bewohner zahlreicher Wohnwagen mit Mercedes-PKWs vor den morschen Türen, an der eigentlichen Happeningstätte an und - tja - die Veranstaltung schien doch eine sehr sehr merkbare Verspätung zu haben, zumal FLIPPER gerade spielten, die wiederum bereits seit über sechzig Minuten hätten fertig sein sollen. Egaaaal - irgendwie lag diese Wirdschonstimmung in der Luft und so hatten wir dann auch mal wieder die Möglichkeit den FLIPPERn zuzuhören und uns erst einmal so ein wenig einzuleben.
Das aufregende des Abends war mit Sicherheit die Position der Bühne und deren Absicherung. Allseits überdacht stand das wirklich grosse Gebilde
wie ein Monument gegen Freiheit, Kreativität und Kunst in einer so derart komischen Position, dass man das Gefühl bekommen musste, in einem Zoo, ja gar in einem Hochsicherheitseisbärengatter aufzuspielen, mit allem, was dazu gehört, wie Wassergraben, Gitter, Zugang und Publikum im totalen Sicherheitsabstand. Klasse! Geil! So gehört sich das, jawohl, sperrt uns hinter Stahl und lasst die Menschheit auf uns spucken!
Achtung Musiker!
Nicht füttern!
Nicht berühren!

Irgendwie fand ich das doch alles sehr sehr schön, auch wenn alte Kollegen wie der liebe Michael Bohnes und auch Pierre da doch anderer Meinung waren, egal - Musiker hinter Gitter!
Nun denn, es gibt eigentlich gar nicht allzuviel zu berichten. Flipper flipperten, Life After Weekend nirvanasierten, No Risk gefielen mir eigentlich auch sehr gut und dann war da noch so eine mitteilungsbedürftige Gruppierung, der die Bühne wohl zu gross war und die deshalb auf einem kreischblauen Stück Velur-Teppichboden musizierten. Naja okay, aber den Namen habe ich jetzt gerade dummerweise vergessen.
Unser Auftritt begann dann um ungefähr 22.15 Uhr und klappte wundersamerweise wirklich wundergut. Wir hatten uns echt darauf gefreut, mal wieder auf einer Bühne loszulegen und so machte es auch nichts aus, ob Stefan nun dabei war oder nicht. Wir hatten unseren Spass und die Menschenmassen, die um diese Zeit noch immer den Park zierten (so um die Hundert!?!), gaben uns die beste für diesen Abend mögliche Unterstützung. Genial war insbesondere, dass während wir da vor uns hin tale´ten, die gesamten Mitarbeiter der Verpflegungsstätten wohl den Befehl zum Massenabbau bekommen hatten, und unter viel Stöhnen begannen, ihren ganzen Kladeradatsch in die wirklich kleinen Backstageräume zu karren, wobei dann mit Schmackes die Stromversorgung für die gesamte Frontscheinwerferphalanx geknickt wurde und wir somit gar die Möglichkeit bekamen, den Freunden unserer Musik in die Augen zu sehen.
Dankauchschön da
Ausserdem herzlichsten Dank an Ralf Ingo Stöck von Flipper und an alle anderen Helfer und Innen.