Essen, 1. September 2000

FOTOS FOLGEN!!!
Geiler Gig!!!
Die Wettermeldungen, die meine Ohren in den Tagen Mittwoch und Donnerstag ereilten, hatten es derbe in sich: Regen, Wolken, Regen, Wolken und auch ein paar Regenwolken sollten gerade dann ihr wunderbares Nass entblössen, wenn wir am Freitag Nachmittag ab 18.00 Uhr auf dem Essener Kennedyplatz auf der grossen Super-Duper-Spitzen-Essen-Original-Bühne aufspielen sollten, und das ganze zwar in Maßen aber trotzdem in Massen!
Wow! Another Tale spielen bei Essen-Original!
Wer uns kennt und unsere "Karriere" gerade in unserer Heimatstadt mitverfolgt hat, weiss, dass ein Auftritt bei Essen-Original so etwas ist wie der Satz: Hey, Freunde, herzlich willkommen in der Ruhrgebietshochburg der Rock- und Pop-Szene. Nun gut - es hat ja nur knappe zehn Jahre gedauert und war mit allerlei Gerumpel in der gerade zwischenmenschlichen Beziehung abgelaufen, was aber wohl in erster Linie daran liegt, dass wir nicht ganz sooooo gerne mit Leuten verhandeln, in deren Hintern wir bis zu den Fussgelenken stecken. Na ja, unsere Fehler liegen wohl vor allem darin, dass wir keine Knebel benutzen, wenn wir uns über das legendäre Essener JIZ äussern und auch aus unsere definitiven Ablehnung gegenüber der hohen Masse an Essener Riesenkonzertspektakeln eigentlich nie einen Hehl gemacht hatten. Das Ganze verbunden mit unseren bereits vor zehn Jahren beginnenden Streitigkeiten mit Leuten, die damals keine Proberäume errichten lassen wollten und heute froh sind, dass es trotzdem derart viele Bands in Essen gibt, die sie dann mehr oder minder willkürlich in Konzerte einbinden - nun - Freunde fürs ganze Leben macht man sich als Band auf diese Weise wohl kaum.
Egal war es in diesem Falle aber in erster Linie deshalb, weil die Stadt Essen meines Wissens nach lediglich in zweiter Reihe an der Organisation des Festivals beteiligt war und das ausführende Planungswesen in den begabten Händen der Essener Marketing Gesellschaft(EMG) lag, die mit der Durchführung des dreitägigen Spektakels in der gesamten Essener City wirklich Maßstäbe setzt. Man muss sich das so vorstellen, als würden für ein einziges Wochenende all jene Kämpfer vereint, die ansonsten mit- und oder gegeneinander die Ereignisse der Musikszene Essens verteidigen - alle Mischer, Organisatoren, Techniker, Wichtigen und Unwichtigen ziehen an einem langen Strick und richten damit die Bühnen von Essen-Original auf in der Hoffnung, einmal mehr in unserer eigentlichen Heimatstadt ein Konzerthappening stattfinden zu lassen. Rock, HipHop, Klassik, Comedy - alles hat seinen Bereich und seinen Zeitraum und die Besucherzahlen sprechen weitestgehend für sich.
Gut - die aufspielenden Bands sind weiss Gott nicht alle aus Essen, aber drauf gschisse - ausgesucht werden nach allen möglichen Maßstäben musikalische Vereinigungen aus der "näheren" Umgebung und gerade auf der Hauptbühne am Kennedyplatz ist ab Freitag Mittag das Rock- und Popfieber angesagt. HippHippHurray - let´s dododododo it!
Heute alles Rumpelstilzchen! Wir trafen uns zur verabredeten Zeit am Bühnenhinterhof und der weiteweite Weg zwischen Ausgabestelle von Getränkemarken bis zur schliesslichen Ausgabe der dazugehörigen Getränke war das einzig leicht unbehagliche Teil des Konzertes. Vor uns spielten unsere alten Freunde Motosushi, nach uns die noch älteren Freunde von Gosh Music und dazwischen - jou - dazwischen spielten wir und zwar eigentlich doch verdammich gut! Keine Ahnung, was an diesem Freitag anders war als sonst, aber es war ein unbeschreibliches Vergnügen vor soviel Leuten zu spielen, die man kennt und mag oder auch nicht und wie Ihr seht, habe ich den richtigen Weg noch immer nicht begriffen - einfach ein klasse Konzert, anständige Gage, nette Leute, geiler Sound und alles was dazu gehört.
Tankeschön an alle Beteiligten, insbesondere an unsere Wiederfreunde aus der Zeche Carl und letztlich - oh Gott, ich schreibe es wirklich - der Stadt Essen!

Fortsetzung folgt!