The TaleXmas - Concert 2001
StarClub, Mülheim a.d. Ruhr, 22. Dezember 2001
The End
All Pics by Gabi Gerhardt
This is the end - bahbahbaaah - beautiful friend ...

Okayo - jetzt ist das eigentliche Konzert bereits fast zwei Wochen vorbei, all die Momente, die mir das Schreiben darüber wirklich und gründlich vermiest haben, all die Gespräche, mentalen Augenblicke, Bilder und Vibrationen sind in einer Art von Beinahvergangenheit gefangen und verblassen in meinen geschüttelten Hirnsynapsen zu einer geistigen Momentaufnahme voller brachialer, durchrüttelnder, abgefahrener, feiernder, nebulöser und einzigartigender Wunderbarkeit.
Ich will diese Klamotten gar nicht mit dem Konzert im Star Club zusammenketten, jedoch sind die vergangenen Konzerte, Auftritte, Proben, Aufnahmen irgendwie in diesem Samstagnachmittag zusammengeflossen und letzten Endes war unsere Entscheidung - so hoffe ich - doch die beste!
12 gottverdammichte Jahre in denen wir alles erlebt haben, was man so in diesem Business erleben kann und natürlich am ehesten vermeiden sollte, von der komplett überbezahlten Aufnahme der "Nightmare Voices", über alle kleinen widerlichen Miststücke des Musikgeschäfts, vor Blödheit triefende Anfeindungen mit rechtlich hochüberlegenen Plattenfirmen, diese dämlichen Zerstreitereien innerhalb einer Gruppierung, die ersten Versuche das alles wieder gut zu machen - echt, Alles war dabei und manchmal in den Nächten gingen mir die Gedanken nicht mehr aus dem Kopf!
Nach vielen Hins und noch mehr Hers innerhalb der Band stand relativ schnell fest, dass es Zeit für eine Pause längerer Natur ist und - tja, so kam es zu der Entscheidung für das letzte Konzert zu Weihnachten.
Na ja - sehr kurz gefasst!
Im Star Club selbst erwartete uns ein munterer Haufen Organisigationsbedarf und einige ungeklärte Sachbestände in Hinsicht Technik, Catering etc. aber letztlich der alte geliebte Tale-Haufen an Unfähigkeiten und Totalblödtrotteligkeiten, Professionalität und Aufopferungsfähigkeiten, die wohligen Strom-, Kabel-, Stecker- und Mixgefühle und auch das heissersehnte Wiedersehen mit alten Freunden.
Eigentlich ist der Club ja doch ein schöner Ort für Konzerte, leider die Leute dort allerdings in Sachen Technik und Organisation nicht unbedingt die Allerzuverlässigsten und gerade deswegen - nennen wir es einfach - zumindest finalistisch aber gerade bestückt mit immer netten Leuten.
Jajajaja - unser Soundcheck war eingentlich doch wieder wie alt und immer Nährboden dieser fast schon legendären klitzekleinen Kataströphchen nach dem Musikermotto "Ich kann mich nicht höööören!" verbunden mit ersten aber wirklich von Durst und Hunger geprägten lauten Rufen nach zumindest einem Gläschen Wasser, zumahl es all die versprochenen Köstlichkeiten eh nicht gab und geben sollte, was aber wiederum damit zu tun hatte, dass die gesamte Gastronomie seit geraumer Zeit nicht mehr so unbedingt unter der Befehlsfeder des lieben Werner steht, sondern verpachtet wurde an eine Gruppe sehr sehr bemühter, unglaublich zugergänglicher, den Herausforderungen eines solchen Abends in jeder Hinsicht äusserst angepasster Menschen, die es uns ab und an etwas schwer gestalteten.
Egal - wir waren eigentlich in jeder Beziehung voller Optimismus und nahmen uns auch das erste Mal in unserer langen Karriere die Zeit dafür, alle Songs, denen wir noch nicht das so gaaaaanz grosse Vertrauen schenken konnten, dann doch noch mal anzuspielen. Es gibt sehr schöne Fotos von diesem Let´s-Check-It-Dead-Debakel von Phil Weissmuller -
Click here and enjoy!
Okay - kurz vor Acht, Sound stimmte weitestgehend, alles war getan und vorbereitet, alle Taler hoch in den wirklich wunderbar aufgeräumten Backstagebereich, den wir auf gar keinen Fall in irgendeiner Weise verunstalten durften - so sagte man mir das zumindest - und was folgte war das ewig anstrengende, nervenaufreibende und sauglaublich unwirkliche Warten auf den Auftritt mit allen Schweigeminuten, hysterischem Gelächter über insgesamt fast genau zwei Minikeksen pro anwesender Person und dem doch im Nachhinein sehr lustigen Ausführungen meinerseits über das, was ich ein wirklich wirklich wirklich gutes Konzert nennen würde.
Das wirklich unglaubliche an diesen Minuten ist, wie schnell sie verschwinden, wenn man viel zu tun hat und wie enervierend laaaange sie dauern können, wenn man total sicher ist und nur noch raus auf die Bühne will. Was passiert? Zwei mal kurz Wasser über das Haupt, ein, zwei Texte gelesen und schon beginnt von unten die Uhrzeitkatastrophe, die sich an diesem Abend "neun Uhr" nannte und uns auf die Bühne zu locken pflegte.
Ich könnte jetzt noch über die zwanzigtrillionen Gedanken in meinem Kopf schreiben, die mir immer wieder sagten, warum gehst Du Mensch nicht direkt am Anfang mit raus, zusammen mit den Jungs, warum diese Warterei, die auch für mich nach all den Jahren noch immer ein Schmerz ist, warum nicht jetzt, warum ...
RAUS!
Ab in den Anfang von Nothing Changes und hinein in eine verdammt lange, verdammt geniale, einfach umwerfende Bühnenparty mit allem, was wir immer spielen wollten, mit all den alten Songs wie She oder Ikarus, unser gerade aus Südafrika hereingeschneiten Geigerin Connie "Blondy" Zillhardt, mit all den Freunden und Fans der vergangenen Zeiten, mit all den typisch Tale´schen Patzern, mit unglaublich viel Spass auf und vor der Bühne, viel zu wenig Platz auf diesen Brettern, Massen von Dingen, die wir noch so gerne hätten sagen wollen, eigentlich alles in allem ein wirklich einzigartig wundervoller Another Tale-Konzert-Abschluss!
Nein, es wird hier keine nähere Betrachtung des Abends geben, da ich den für mich gaaaanz alleine behalten möchte, kein wenn oder wenn nicht, kein warum und aber, kein muss oder soll - einzig danken möchte ich an dieser Stelle und zwar all den Leuten, die nach so vielen Tale-Jahren noch immer zu unseren Konzerten gekommen sind, unser jeweiliges Launen-Outfit miterlebt haben, unsere kleinen Ausraster verstanden haben, unser Bühnentechnik immer wieder knapp am Hörsturz vorbei überstanden haben, in unseren Emotionsüberschwankmomenten und in den Hasssacktiraden dabei haben, ohne uns zu bespucken oder zu Tode zu belobhuldigen!
Ihr habt uns zu dem gemacht, was wir gerne sind, habt uns auf all den Stufen einer angeblichen Karriereleiter angefeuert, habt uns gepuscht und vor allem habt Ihr zugehört, wenn wir gespielt haben!
Hey Folks - You are the Another Tale-Fans!
Ich habe grossen Respekt vor Euch!
Wir sind Sebastian Vornhecke (Drums), Ron Engel (Bass), Cornelie Zillhardt (Violin), Stefan Bugall (Lead-Guitar), mein siamesischer Zwilling aus Frankreich Pierre Olivier Buttini (Guitar), mein Name ist Frank Peter Hermsen und wir waren Another Tale!