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Der ultimative Tour Report

Prolog

Auf den folgenden Seiten werde ich alles mir mögliche versuchen, zehn Tage im Leben von bis zu zehn Menschen zu schildern, die sich auf eine Mission begaben, fremde Länder, unbekannte Welten ... ja und so weiter halt.

Ich will hier und jetzt vorweg schicken, daß die Tale´sche Irland-Invasion eine verdammt schöne Zeit war und ich nie gedacht hätte, daß so unterschiedliche Menschenwesen, wie wir es zu sein pflegen, unter derart chaotischen Voraussetzungen eine so geniale Reise miteinander erleben würden. Zu ungewiß waren die Konzertdaten, zu hoch die Kostenkalkulationen, zu groß der Aufwand und weiß Gott zu schwarz meine "legendären" Vorahnungen.

Ich danke allen Beteiligten, insbesondere - Eingeweihte werden es kaum glauben - Mr. "Threeshoes" Sebastian, der es von Zeit zu Zeit wirklich einzigartig verstand, so lange weiter zu kichern, bis ich mich über absolut Nichts mehr hatte ärgern können.

Bitte vergeßt nicht, daß meine folgenden Schilderungen total und ausgesprochen subjektiver Natur sind aber ich hoffe, bald noch ein paar Kommentare der Protagonisten hier einfügen zu können.

Frank Peter alias Robert P. Dougoll

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Vorgeschichte

Wie lange hatten wir diese Reise auf die grüne Insel geplant, wie viele Proben endeten in mehr oder minder erträglichen Organisationsfehden, wie viele Telefonate hatten wir unter Aufwendung all unserer anglistischen Sprachkenntnissen für wie viel Geld geführt, wie oft hatte ich von der Rückkehr in die Wiege der europäischen Musik geträumt?

Nun ja, lasset uns ehrlich sein.

Die Jungs und alle Beteiligten sahen sich schon bei dem Gedanken an diese Tour in den bekanntesten Pubs vor hingerissenem Auditorien ihr Können unter Beweis stellen, fühlten bereits die Harmonie der gemeinsam zu verbringenden Tage und sehnten sich dem Tag der Abreise entgegen. Schlimmerweise war dies letztlich auch noch meine Schuld, da meine Schilderungen der Tage, die Pierre, Simone und ich im vergangenen Jahr dort verbracht hatten, vielleicht doch ein klitzeklein wenig zu ausschweifend und pathetisch gewesen waren, doch hätte ich dies latürnich nie eingestanden.

Tatsächlich drehte sich mir hingegen schon in frühesten Planungsstadien der füllige Magen um bei den Visionen von einer Odyssee mit bis zu zehn Individuen durch ein fremdes Land ohne die Gewißheit fest gebuchter Konzerte und so lag es auf der Hand, diesbezüglich professionellen Beistand zu erflehen.

Knappe vierhundert Mark Telekomspenden und dutzendweise verschickte Promo CD´s später stand fest, daß dort im fernen und meist verregneten Dublin tatsächlich gewogene Menschen existierten, die sich prompt wie munter bereit erklärten, uns in der Planung und Koordination unseres Unterfangens zu unterstützen. Diese Menschen nannten sich monumental "The Irish Agency" und traten uns telefonisch in Person ihres Keine-Ahnung-Wofür-Managers Mister Dave Bell entgegen, der uns weitere 25 Tonträger später versicherte, ganz Irland werde er mit CD´s überfluten, bis auch der letzte Pub nach unserem Auftreten nur so lechzen würde.

Was dann folgte war eine erstaunlich häufige Wiederholung des optimistischen Satzes "Well, call me in my office tomorrow morning and I´ll give you the details", was wiederum zu weiteren beeindruckenden Ereignissen führte. So änderte sich die Telefonnummer seines Büros beinahe wöchentlich, die höfliche Dame in der Agenturzentrale beantwortete unsere Anrufe mit Nettigkeiten wie "Oh no, how the fuck should I know?" und gab uns schließlich total entnervt – eine knappe Woche vor unserer Abreise - Dave´s private Handynummer.

Tätätätääää! Unsere Sorgen schienen beendet, zumindest bis zu unserem Anruf dort, denn leider schien die heftig stöhnende Frau, auf der er offensichtlich zu liegen schien nicht gerade begeistert von unserem Unterfangen und so nahm auch dieser Kommunikationsversuch ein jähes Ende.

Am Morgen vor dem allgemeinen Aufbruch schließlich nahm das Drama ein Ende und Dave Bell rückte freiwillig aber recht peinlich berührt mit den Daten für mindestens zwei – in Zahlen 2!!! – fest gebuchten Gigs heraus. Okay, was soll´s? Zwei Gigs sind besser als keiner, der Begriff "mindestens" läßt hoffen und schließlich waren wir ja eh darauf eingestellt, uns in den jeweiligen Stationen unserer Tour die abendlichen Auftritte selbst zu beschaffen.

Um die preisliche, wie organisatorische Effektivität auf die Spitze zu treiben, fuhren wir nicht etwa in einem großen Bus oder zwei kleineren (einer für die Leute, einer für die Klamotten), auch nahmen wir nicht etwa das absolute Minimum an Backline mit auf die Reise – neeeeeein – cool wie wir sind, würden wir mit insgesamt vier Autos, einem kompletten Drumset, kleiner Bassanlage, verschiedenen Gitarrenamps, einem Mischpult und nicht zuletzt einer kleinen aber feinen Gesangsanlage durch die engen Straßen Irlands stochern. Typisch Tale, typisch wir, typisch ich!

Hauptsache es konnte endlich los gehen – na ja, natürlich erst, nachdem ein weiterer kleiner Umweg erledigt worden war, um Mr. Sebastian von seinem offensichtlich barbarischen Zahnarzt abzuholen, doch seine Schmerzen schienen so krass, daß man ihn nicht einmal hinsichtlich der leicht ungünstigen Terminierung hätte tadeln können.

Am Freitag, dem 2. April um 12.00 Uhr verließen die ersten zwei Vehikel vollgepackt mit Menschen und Equipment Essen in Richtung Rotterdam, Hull, Holyhead und letzten Endes Dublin. Am Samstag würde Stefan und seine Frau Susanne den Weg nach Calais antreten, um sich erst am Dienstag mit uns in Galway zu treffen,  und Simone und ich wären  schon am Samstagnachmittag per Flieger in Dublin und hinter dem Rechtssteuer eines Leihwagens gelandet.

Well, let´s go crazy!

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(C) TWENTYSECONDS 1999

 

 

 

 

 

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Pierre und ich auf unserer ersten irischen Begegnungstour 1998

 

 

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Ein letzter zweifelnder Blick auf circa viertausend Tonnen Equipment

 

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Ein letzter Blick zurück unter circa acht Litern Novalgin

 

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Dank des Umstandes, daß ein Mann an einem Donnerstag vor etwa 2000 Jahren an einen Baum genagelt worden war, weil er verkündet hatte, es wäre doch toll wenn die Menschen zur Abwechslung einmal nett zueinander wären, war Ron hinreichend mit Ostereiern versorgt.