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"Der Krater Bebt"

Open Air - Festival, Hainsfarth -irgendwo zwischen Nürnberg und Ulm, Samstag, 24. Juli 1999

Die ganze Konzertaktion "Nürnberg" stand von vorn herein unter seltsamen Sternen. Zum einen war da die für uns doch recht erschreckende Nachricht, daß unser Bassgenie Ron Engel nicht in der Lage sein würde, mit uns zusammen den weiten Weg ins Frankenland anzutreten, zumal ihn sein Job im Essener Klinikum ums Verrecken nicht loszulassen gedachte. stage2.jpg (39284 Byte)
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Das allein war nun wirklich schon schlimm genug, auch wenn wir im Ex-Tale-Bassisten Marc "The Nose" Herrmann (Foto links) einen liebenswerten, spontanen und hochbegabten Ersatzmann gefunden hatten, doch auch wenn die kurzfristig anberaumten Notproben mit ihm fantastisch liefen, würde uns Ron doch wirklich fehlen.Hinzu kam jedoch noch die Entfernung zum Auftrittsort (immerhin 527 Kilometer) gekoppelt mit der berüchtigten Tale´schen Unfähigkeit derlei Dinge organisatorisch in den Griff zu bekommen.
"Uooooh, dasch isss doch gein Broplem", kam es aus unserem lieben Pierre und es begann ein Planungsalptraum, der mich noch heute erzittern läßt. Ausgehend vom Grundgedanken, man solle am besten nicht mit drei oder vier Privatwagen fahren, sondern sich einen Transporter mieten, war von Anfang an klar, daß wir eben diesen Transporter letzen Endes eh nicht zur Verfügung haben würden.
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Es wurde also entschieden, man würde doch mit Privatwagen fahren (jedoch nur drei an der Zahl), doch dann kam das nächste Problem: Stefan, dessen liebenswerte und hochschwangere Frau Susanne die lange Fahrt nicht auf sich nehmen konnte, konnte erst am Morgen des Konzerttages aufbrechen, was unsere Pläne hinsichtlich einer gemeinsamer Anreise am Freitag ebenfalls zur Nichte machte. Zur Erklärung:Unser Auftritt war für 14.00 Uhr terminiert, insofern und, um jeden überflüssigen Streß zu vermeiden, war eine Anreise am gleichen Tag nicht unbedingt empfehlenswert.
Nun gut - letztlich lief es also wie folgt: Pierre, Sebastian, Marc und Cornelie würden mit dem gesamten Equipment am Freitag nach Nürnberg fahren, dort bei einem nichtfranzösischen Freund von Pierre übernachten, am nächsten Morgen zeitig dort wiederum aufbrechen, um früh genug den Sound zu checken und uns an der Bühne zu erwarten.
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Wir, also Stefan, Frank Thiel von Twentyseconds, die liebe Simone und ich, würden in aller Frühe in Essen aufbrechen, den Gewaltmarsch nach Hainsfarth hinter uns bringen in der Hoffnung bis spätestens 14.00 Uhr an der Bühne aufzutauchen. Gesagt getan - wir machten keine Pausen, rasten jenseits aller Geschwindigkeitsbegrenzungen an Billionen holländischer Wohnwagen vorbei, verließen die Autobahn bei Ulm und flogen über verstaubte Landstraßen, passierten ein halbes Dutzend Umleitungen und bremsten mit rauchendem Kühler um exakt 13.00 Uhr am Auftrittsort in Hainsfarth, einer idyllischen Hügelwiese, die für das Drei-Tage-Festival liebevoll zum Open-Air Gelände mit angeschlossenem Camping Platz umstrukturiert worden war.
Wir sprangen aus dem Wagen, Simone, die uns einfach fantastisch chauffiert hatte, versuchte verzweifelt, die Hände vom Lenkrad zu lösen, rannten zum Organisatorenbauwagen und verkündeten mit vor Stolz geschwollener Brust "Hi - da sind wir!" und fragten, wo wir denn unsere Jungs und das Equipment finden könnten. Just in diesem Moment klingelte mein Handy und Pierre (die Figur dort rechts) säuselte in seinem bekannten Akzent "Wo seid Ihr? Isch glaube, wir ´aben da ein Problem!" pierre.jpg (36123 Byte)
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Himmelherrgottnochmal - ich war echt sauer! Unser Trupp hatte es wirklich geschafft, alles falsch zu machen! Zu lang gefeiert, zu spät aufgestanden, die Entfernung Nürnberg - Hainsfarth unterschätzt und - natürlich - sich verfahren! Leider blieb keine Zeit, für wüste Beschimpfungen, die Karte wurde ausgerollt und wir lotsten die beiden Wagen in mühevoller Kleinarbeit zu uns, wobei die Bemerkungen der Veranstalter, wir sollten doch nun aber langsam mal mit dem Aufbau anfangen, nicht unbedingt hilfreich waren.
Irgendwie ist es uns mit vereinten Kräften gelungen, die Wagen auszuladen, die Bühne zu bestücken und letzten Endes noch ein wirklich gutes Konzert hinzulegen, wobei ich noch einmal unserem lieben Marc für eine tolle Leistung und viel Spaß auf der Bühne danken möchte. Das Publikum, welches sich bereits um diese frühe Stunde in einem Zustand nahe am Delirium befand, ließ uns allen Streß vergessen und wir hatten uns wieder doll lieb!

Robert P. Dougoll

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